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Philosophie

Das Problem

Darauf können wir uns einigen: Das Jahr 2020 hat uns mit nicht wenigen Hürden – seien diese persönlicher, politischer oder sozialer Natur – herausgefordert. Strukturen, die keine Nachhaltigkeit aufweisen können sowie Diskurse, die dem Gemeinwohl alles andere als dienen, treten vermehrt an die Oberfläche und zeigen auf, welchen Kurs wir als Menschheit ansteuern. Obwohl wir nämlich global verbundener denn je sind, scheint es ironischerweise, als seien wir auch gespaltener denn je. Wir beobachten eine vermehrte Entfremdung und Vereinsamung in unserer Gesellschaft. Nicht selten fühlt man sich als Einzelperson von der Masse an (sozialen) Medien und zerrissenen Meinungen überfordert, übersehen oder geht darin unter; man vergleicht sich permanent mit dem scheinbar perfekten Leben der Mitmenschen; man sieht kaum Miteinander, dafür mehr Gegeneinander; und als Folge dessen fühlt man sich entfremdet, verängstigt und einsam – egal, unter wie vielen Menschen man sich eigentlich befindet.

Wir sind der festen Überzeugung, dass ein Großteil der Probleme, die auf dieser Welt herrschen - seien sie persönlicher, politischer oder sozialer Natur -, aus erwähnter Entfremdung, aus einem verlorengegangenen Sinn für das Miteinander und das Gemeinsame, wurzeln: Dass diese Entfremdung nicht nur die Folge, sondern vor allem auch die Ursache vieler Probleme darstellt. Wir sind ebenfalls der festen Überzeugung, dass dieser Zustand nicht unserer wahren Natur entspricht, und dass wir dem gemeinsam entgegenwirken können. Mit unserem Projekt hoffen wir, Dich letzterem Gedanken näherzubringen - und zwar auf kreative, simple, kostenfreie und für jedermann zugängliche Art und Weise.

Die Philosophie: »ein Mitmensch«

Die Philosophie dieses Projektes kann in einem Gedanken gebündelt werden, und so kitschig das Folgende zunächst auch klingen mag, bitten wir Dich, offen zu bleiben und es als Anregung aufzufassen: Wir versuchen, die Menschheit als eine große Familie zu betrachten – und begründen das unter Anderem mit der absurd schlichten Tatsache, dass wir alle einer Spezies angehören und somit jeder »(D)ein Mitmensch« ist.

Wir, als Spezies gesehen, verfügen über eine unglaubliche kollektive Bandbreite an Intelligenz, Kreativität sowie Emotionalität. Dadurch haben wir bereits bemerkenswert viel erreichen können, und wir werden mit Sicherheit auch zukünftig Außergewöhnliches schaffen. Diese kollektive Entwicklung, sowie ihre Richtung, hängt natürlich von jeder individuellen Entwicklung ab - und das ist der Punkt, an dem wir mit unserem Projekt ansetzen möchten.

Wir erkennen jedes Leben als inhärent wertvoll an, denn jedes Leben ist reich an Gedanken, Erfahrungen, Lehren, Unsicherheiten und Begierden. Der Mitmensch, der gerade an Dir vorbeigeht oder Dir gegenübersitzt, hat vielleicht vor wenigen Stunden einen Angehörigen verloren, wurde gefeuert, wurde befördert, hat sich verliebt, oder ist überfordert von den vielen Verantwortungen ihres oder seines Lebens.

Unsere grundlegendsten Ängste sowie Bedürfnisse gleichen einander mehr, als uns meistens bewusst ist, und wir teilen alle dieselben elementaren menschlichen Erfahrungen: Liebe, Freude, Angst, Verlust, Hoffnung, Einsamkeit - unabhängig davon, wie sich unsere Leben im Alltag unterscheiden. Wir entspringen alle einem biologischen Entwurf und sind dadurch verbundener, als wir zu wissen glauben. Das Leben verändert sich auf eine subtile, trotzdem großartige Art und Weise, wenn Du beginnst, es aus dieser Perspektive zu betrachten. Plötzlich gibt es kein Gegeneinander mehr, sondern nur noch ein Miteinander.

Du wirst Dich nie zur Gänze in Deinen Mitmenschen hineinversetzen können, und das ist auch nicht Sinn und Zweck dieser Sache, aber Du kannst mühelos eine intime Bindung aufbauen, indem Du ihr oder ihm von Anfang an auf Augenhöhe begegnest – von Mensch zu Mensch: unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht, Aussehen, Bekanntschaft, usw. –, das Gemeinsame zwischen Euch anerkennst und somit ihr oder ihm den Raum schenkst, authentisch zu sein.

Wie bereits angedeutet, wird sich Deine Sicht der Dinge auf faszinierende Art und Weise verändern, wenn Du versuchst, diese Philosophie im Alltag zu kultivieren: Du fängst an, Gefühlen der Entfremdung und Einsamkeit den Rücken zu kehren und wahre Verbundenheit zu empfinden. Du lernst, Menschen mit Empathie zu begegnen, denn Du verstehst, Dich Selbst in Ihnen wiederzuerkennen. Du lernst, Deinen Sinn auf das Miteinander und auf das Gemeinsame auszurichten, ohne einem Dogma folgen zu müssen.

Einen Menschen an erster Stelle als Mitmenschen anzuerkennen, zu schätzen und zu respektieren führt unweigerlich zu der Verbundenheit, dem Austausch und der authentischen Vielfalt, die wir Menschen von Natur aus zu bieten haben und die unsere Gesellschaft so dringend nötig hat, um nachhaltig zu florieren. Was wir nämlich wissen können und verstehen müssen, ist, dass wir alle jetzt hier sind: Wir sitzen alle im selben Boot und es liegt an uns, wie und wohin wir es steuern. Wir brauchen uns gegenseitig, um für jeden das Bestmögliche rauszuholen.

Inwiefern übersetzt das Projekt diese Philosophie?

Die Intention dieses Projektes ist es, Dich zu inspirieren, Deinen Mitmenschen mit einem persönlichen Brief eine kleine, aber wahre Freude zu machen. Du machst Dir erstens Gedanken über den Inhalt – was möchtest Du mit Deinem Mitmenschen teilen? – und unterschreibst Deinen Brief schlicht mit »ein Mitmensch«, um Dein Ego - den natürlichen Wunsch, Anerkennung und Lob für Deine gute Tat zu bekommen - aus dem Spiel zu halten und Dich somit auf Augenhöhe mit Deinem Mitmenschen zu stellen. Letztendlich bist Du in diesem Rahmen auch niemand anderes als »ein Mitmensch«. Den Brief wirfst Du in einen willkürlichen Briefkasten, was signalisieren soll, dass Dein Mitmensch diese Freude unabhängig von ihrer oder seiner Herkunft, dem Geschlecht, dem Aussehen, usw. empfangen darf und das auch verdient hat – schlichtweg, weil sie oder er »ein Mitmensch« ist.

Wir sind überzeugt, dass die Teilnahme an diesem Projekt sich nicht nur gut anfühlen und etwas Abwechslung sowie Kontemplation in Deinen Alltag bringen wird, sondern auch langsam aber sicher eine gesunde Portion Demut, Optimismus und Verbundenheit wecken wird, die wir brauchen, um als Gesellschaft nachhaltig und glücklich voranzukommen.

Wir sind außerdem der festen Überzeugung, dass es keiner pathetischen Taten braucht, um diese Philosophie nachhaltig in unsere Gesellschaft zu integrieren. Es braucht Tag für Tag, Stück für Stück, Mensch für Mensch, Brief für Brief, Wort für Wort, ... ein wenig mehr freundliche Taten, ein wenig mehr: »Du bist mein Mitmensch, ich bin Dein Mitmensch.«

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Philosophy

The problem

For sure: 2020 has challenged us with many obstacles – may they be of personal, political or social nature. Structures which do not prove of any sustainability as well as discourses which do not serve the welfare came to the surface and presented us the direction in which we, as a society, are moving. Even though humanity is more connected than ever before, it ironically seems that we are also more divided than ever. We witness an increased sense of alienation and loneliness among us humans. We may feel overwhelmed and overlooked by the current masses of (social) media and opinions; we may constantly compare our lifes with the seemingly perfect life of others; we are rarely shown cooperation, however conflict always makes it on the agenda. As a result we feel alienated, afraid and lonely – no matter among how many people we spend our days.

We strongly believe that the better part of our problems – may they be of personal, political or social nature – stem from this mentioned feeling of alienation: our lost sense for connection, for the common between us, and that this feeling is not only the effect, but also the cause of our problems. We also believe that this status quo does not correlate with our authentic nature and that we can go about it together. The intention of this project is to befriend you with the last thought, and that so in a creative, simple, free and for anyone accessible way. 

 

The philosophy: »a fellow human«

The underlying philosophy of this project can be summarized in one sentence, and even though it might sound corny at first, we ask you to stay open and to embrace it as the suggestion that it is: We choose to view us, humankind, as one big family – simply because we all belong to the same species, and for this absurdly obvious reason everyone on this beautiful earth is »your fellow human«.  

We, as a species, have an unbelievable spectrum of intelligence, creativity and emotionality at our disposal. Because of that we already accomplished remarkably lot, and we will for sure achieve even more exceptional goals in the future. But this collective development as well as its course certainly depends on every individual development – and that is the starting point at which our project intends to interfere. 

We recognize every life as inherently precious, because every life is abundant in thoughts, experiences, lessons, insecurities and desires. The person who passes you on the street right now or who sits on the other side of the room, maybe lost a loved one a few hours ago, got fired, got promoted, fell in love or is overwhelmed by hers or his many responsibilities in life. 

Our most basic fears and needs equal themselves in a more intimate way than we are aware of, and we all share the same fundamental human experiences: love, joy, fear, loss, hope, loneliness – regardless of the differences in our daily lifes. After all, we all stem from the same biological blueprint and therefore are more connected to another than we might think. Life changes in a subtle, but grand way when you begin to view it from this perspective. Suddenly there is no more seperation, but only connection.   

You will never be able to walk in someone else's shoes, and that is not the point of this project anyway, but you can build and sustain a genuine and intimate bond with your fellow humans, simply by meeting them at eye level – human to human: indifferent to origin, age, sex, looks or acquaintance -, by acknowledging the common between you and granting them the space to be their authentic self.

As already implied, your perspective on many things will change in a fascinating way when you try to cultivate this philosophy in your daily life: You will begin to detach from feelings of alienation and loneliness and instead feel genuine connection again. You will begin to encounter your fellow humans with honest empathy, because you will understand to see yourself in another being. You will learn to shift your focus to the common between everyone, without needing to follow a dogma. 

To truly acknowledge other humans as your fellow humans in the first place, to value and respect this fact, will inevitably lead to genuine connection, exchange and authentic diversity, which we humans have to offer naturally and which our society deperately needs to flourish in a sustainable way. What we can know and what we must understand, is, that we all are here now: We all sit in the same boat, and it is our task to control how and where it moves. We need each other to get the best out of it - for each and everyone. 

 

How does the project implement this philosophy? 

The intention of this project is to inspire you to gift a stranger (your fellow human) an act of kindness by writing them a letter. You not only invest your valuable time by thinking about the content of your letter – what do you have to say, to share? -, but you also sign your letter with »a fellow human« to automatically let go of the very natural, but egoic wish for gratification and praise. By signing your letter in this simple way you also meet your fellow human at eye level, because – in the end and in this context – you also are no more than »a fellow human«. You throw your letter in a random mail box. This is supposed to signal that your fellow human receives this kind gesture not because of their origin, sex, age, etc., but simply because they are »a fellow human« and therefore deserve this.

 

We are convinced that participating in this project will not only feel good and gift you some variety as well as space for contemplation in your everyday life, but also will slowly but surely grant you a good portion of humbleness, optimism and connection, which we as a society need to develop in a sustainable and joyous way.  

We also strongly believe that it does not take grande, pathetic gestures to integrate this philosophy in our society. It takes day by day, piece by piece, human by human, letter by letter, word by word, … more kind gestures and more: »You are my fellow human, and I am your fellow human.« 

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